Die Jubiläumswaffe Sako 100: Der Mythos aus Finnland!
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Die Sako 100 ist kein gewöhnlicher Repetierer. Sie ist Laufwechselbüchse, Reisewaffe, klassische Jagdbüchse und technisches Prestigeprojekt zugleich. Entwickelt zum 100-jährigen Bestehen des finnischen Herstellers, soll sie nichts weniger verkörpern als das Beste aus einem Jahrhundert Sako. Waffenexperte David von Alpen Adria Jagd Villach hat für „Schuss & Stille“ geprüft, ob die viel zitierte „eierlegende Wollmilchsau“ tatsächlich so gut schießt, wie ihr Ruf erwarten lässt.
In Österreich ist die Sako 100 noch immer eine Art Mythos. Man kennt die Bilder aus Finnland, die eleganten Linien, das dunkle Nussbaumholz und das markante Laufwechselsystem. Doch selbst erfahrene Sako-Schützen haben das Spitzenmodell der Finnen bislang oft nur in Prospekten oder Videos gesehen.
„Viele haben schon davon gehört, aber nur wenige hatten sie wirklich in der Hand“, sagt Waffenexperte David. Für ihn ist die Sako 100 nichts weniger als „Sakos eierlegende Wollmilchsau“: eine Premiumbüchse, die möglichst viele jagdliche Aufgaben mit einem System abdecken soll. Das ist ein hoher Anspruch. Und einer, den sich Sako selbst gesetzt hat.
Ein Jahrhundert finnische Büchsenbaukunst
Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die Zeit nach der finnischen Unabhängigkeit zurück. 1919 entstand zunächst eine Waffenwerkstatt der finnischen Schutzkorps. Am 1. April 1921 wurde daraus ein eigenständiges Unternehmen – jenes Datum gilt heute offiziell als Geburtstag von Sako. 1927 übersiedelte die Firma nach Riihimäki, wo sich der Stammsitz bis heute befindet. Die Fertigung von Munition begann 1929, eigene Läufe folgten ab 1932 und Schäfte ab 1938. Seit dem Jahr 2000 gehört Sako zur Beretta Holding.
Über Jahrzehnte erarbeitete sich die Marke einen Ruf, der besonders auf drei Säulen beruht: sauber laufende Verschlüsse, kaltgehämmerte Läufe und eine bemerkenswert gleichmäßige Fertigungsqualität.
Modelle wie die Sako 75, die Sako 85 oder die heutige Sako 90 stehen für traditionelle Repetierbüchsen, während die S20 eine deutlich modernere und modularere Richtung einschlug. Die Sako 100 sollte zum Jubiläum beides verbinden: nordische Zweckmäßigkeit und klassische europäische Büchsenmacherkultur.
Sako selbst bezeichnet sie als die „Kulmination“ von 100 Jahren Gewehrentwicklung. Das Unternehmen positioniert sie als Premium-Jagdbüchse für Pirsch, Ansitz, Bewegungsjagd und internationale Jagdreisen.
David erinnert sich noch gut an die Präsentation. „Ich habe damals schon in der Früh auf das Video gewartet“, erzählt er. „Sako hat einen wirklich starken Trailer gemacht: Finnland, Schnee, Jagd, Natur. Das Video hat sofort gezeigt, für welche Art von Jäger diese Büchse gedacht ist.“
Gemeint ist der Jäger, der keine Sammlung unterschiedlicher Waffen transportieren möchte, sondern ein vertrautes System für verschiedene Wildarten, Kontinente und Kaliber sucht.

Klassische Linien, modernes Innenleben
Unser Testmodell ist die Sako 100 Explorer Wood. Rein optisch bleibt sie zunächst stärker der klassischen Jagdbüchse verpflichtet als viele andere modulare Systeme.
Der zweiteilige Nussbaumschaft trägt einen schnabelartig geformten Vorderschaft und einen Hinterschaft mit Monte-Carlo-Anleihen. Die Holzteile werden laut Hersteller von Hand vollendet; Rosenholzdetails und Fischhaut sollen den traditionellen Charakter unterstreichen. Parallel bietet Sako die Explorer Carbon mit einem formstabilen, im RTM-Verfahren produzierten Carbonfaser-Schaft an.
Das Holz des Testmodells zeigt eine kräftige Maserung und vermittelt sofort jene Wertigkeit, die man in dieser Preisklasse erwartet. Die orangefarbene Schaftkappe setzt einen bewusst klassischen Akzent.
„Gerade bei einem schönen Holzschaft macht so eine orange Schaftkappe viel her“, meint David. „Das kennt man auch von englischen Büchsen. Sie wird zwar schnell schmutzig, aber das lässt sich reinigen.“
Der Pistolengriff ist vergleichsweise steil ausgeführt. Damit folgt die Sako 100 einer Entwicklung, die inzwischen bei vielen modernen Jagdbüchsen zu beobachten ist. Der steilere Griffwinkel ermöglicht eine entspanntere Handhaltung, insbesondere beim sitzenden Anschlag, auf der Kanzel oder beim aufgelegten Präzisionsschuss.
Die Schaftlänge ist nicht über Distanzstücke veränderbar. Dafür lässt sich das Abzugszüngel um sieben Millimeter nach vorne oder hinten verschieben. Das erlaubt zumindest eine gewisse Anpassung an Handgröße und Abzugsfinger. Der Abzug selbst kann in sechs Stufen zwischen 750 und 1750 Gramm eingestellt werden, ohne dass die Büchse dafür zerlegt werden muss.
Werkzeug im Hinterschaft

Ein kleines, aber ausgesprochen praxisnahes Detail befindet sich unter einer Abdeckung im Hinterschaft. Dort hat Sako ein Multifunktionswerkzeug untergebracht. Damit lassen sich unterwegs unter anderem die Laufbefestigung, die Optik, der Hinterschaft und die Position des Abzugs bearbeiten.
Für den regulären Laufwechsel liefert Sako zusätzlich einen Drehmomentschlüssel mit. Die Befestigungsschrauben werden mit sieben Newtonmetern angezogen.
David gefällt besonders, dass dieses Werkzeug nicht lose im Waffenkoffer herumliegt.
„Sako hat offenbar daran gedacht, dass Leute wie ich das Werkzeug sonst zu Hause vergessen“, sagt er lachend. „Es ist immer in der Waffe, kann nicht verloren gehen und wirkt trotzdem nicht billig. Die Abdeckung verriegelt sauber und leise.“
Gerade bei einer für Jagdreisen konzipierten Büchse ist das mehr als eine nette Spielerei. Wer am anderen Ende der Welt feststellt, dass der benötigte Schlüssel im heimischen Waffenschrank liegt, wird eine solche Lösung schnell zu schätzen wissen.
Handspannung statt klassischer Sicherung

Eines der wichtigsten Merkmale der Sako 100 ist die manuelle Handspannung. Im entspannten Zustand ist die Schlagfeder nicht gespannt. Erst unmittelbar vor der Schussabgabe wird die Büchse durch Druck auf den Spannschieber schussbereit gemacht. Über eine kleine Entriegelung lässt sie sich wieder entspannen. Das System kombiniert die Handspannung mit einer Schlagbolzensicherung.
Zusätzlich kann der Verschluss bei entspannter Waffe über eine separate Entriegelung geöffnet werden. Damit lässt sich die Büchse laden oder entladen, ohne vorher das Schloss spannen zu müssen.
In der Praxis lässt sich der Spanner entweder zügig und deutlich hörbar oder mit entsprechendem Gefühl auch langsam und vergleichsweise leise betätigen. „Das funktioniert sehr sauber“, urteilt David. „Die Waffe bleibt entspannt, bis ich wirklich schießen will. Zum Laden oder Entladen kann ich den Verschluss trotzdem öffnen. Genau so soll ein moderner Handspanner funktionieren.“
Das Testexemplar hatte bereits zahlreiche Messen und Vorführungen in Europa hinter sich. Entsprechend viele Hände dürften den Mechanismus betätigt haben. Trotzdem arbeitete er ohne fühlbares Spiel oder Funktionsstörung. Das ist gerade bei einer Premiumwaffe entscheidend. Ein technisch beeindruckender Mechanismus reicht nicht. Er muss auch nach intensiver Nutzung zuverlässig funktionieren.
Der typische Sako-Verschluss

Beim Öffnen des Verschlusses zeigt sich jene Eigenschaft, für die Sako seit Jahrzehnten bekannt ist: ein außergewöhnlich geschmeidiger Schlossgang. Der Verschluss verfügt über drei Verriegelungswarzen und einen Öffnungswinkel von 60 Grad. Dadurch bleibt ausreichend Abstand zwischen Kammerstängel und tief montierter Optik. Zwei Ausstoßer sollen insbesondere bei größeren und schwereren Magnumhülsen für eine zuverlässige Ejektion sorgen.
Der Verschluss trägt eine DLC-Beschichtung. DLC steht für „Diamond-Like Carbon“, also eine kohlenstoffbasierte Hartstoffschicht. Laut Sako erzeugt das Verfahren eine besonders verschleißfeste, glatte Oberfläche, die zugleich Öl aufnehmen und den Korrosionsschutz verbessern soll. System und Lauf sind mit Cerakote Elite beschichtet. Die nur wenige Mikrometer starke keramische Schutzschicht soll Abriebfestigkeit, Gleitfähigkeit und Schutz vor Schmutz erhöhen.
Beim Test fällt vor allem auf, wie unangestrengt der Verschluss läuft. Selbst unter leicht seitlicher Belastung verkantet er nicht.
„Der Schlossgang ist einfach typisch Sako“, sagt David. „Extrem glatt, sauber verarbeitet, ohne Kratzen und ohne unnötiges Spiel.“ Der Kammerstängel trägt den für Sako charakteristischen durchbrochenen Kugelgriff. Wer einen größeren Bedienknopf bevorzugt, kann eine zusätzliche Kammergriffkugel montieren.

Metall, wo Metall hingehört
Sako verzichtet bei den tragenden und mechanisch belasteten Komponenten weitgehend auf Kunststoff. Abzugsbügel und Abzugszüngel bestehen aus Metall, ebenso das Magazin. Das herausnehmbare Magazin ist zweireihig aufgebaut, kann aber auch im eingesetzten Zustand von oben geladen werden. Eine kontrollierte Verriegelung soll verhindern, dass es unbeabsichtigt aus der Waffe fällt. Für unterschiedliche Kalibergruppen kommen jeweils passende Magazine zum Einsatz.
Das Magazin wird nicht einfach über einen frei liegenden Knopf ausgeworfen. Zunächst muss es leicht nach innen gedrückt und anschließend die Entriegelung betätigt werden. Dadurch wird ein unbeabsichtigtes Lösen beim Tragen oder im dichten Bewuchs unwahrscheinlicher.
„Sako-Magazine haben seit jeher zu den besten gehört“, sagt David. „Sie sind stabil, führen sauber zu und fühlen sich nicht wie ein nachträglich eingesetztes Sparteil an.“
Gerade im Premiumsegment entscheidet sich der Gesamteindruck oft an solchen Details. Eine hochwertige Systemhülse verliert schnell an Wirkung, wenn darunter ein leichtes Kunststoffmagazin klappert.
Das Herzstück: der Laufwechsel

Die Sako 100 ist im Kern eine Laufwechselbüchse. Lauf, Magazin und – abhängig von der Kalibergruppe – Verschluss lassen sich austauschen. Dadurch kann derselbe Hinterschaft mit derselben Bedienung für sehr unterschiedliche Jagdformen genutzt werden. Das offizielle Kaliberangebot reicht von .243 Winchester, .308 Winchester und 6,5 Creedmoor über .30-06 Springfield, 8×57 IS und 9,3×62 bis zu 7 mm Remington Magnum, .300 Winchester Magnum und .375 Holland & Holland.
Damit deckt die Plattform praktisch das gesamte Spektrum europäischer Jagd sowie einen beträchtlichen Teil klassischer Auslandsjagden ab.
Der Laufwechsel erfolgt in wenigen Schritten: Verschluss entnehmen, Befestigung lösen, Lauf austauschen, Schrauben zunächst leicht anziehen, Verschluss einsetzen und anschließend mit sieben Newtonmetern festziehen. Die Schrauben verbleiben dabei im System und können nicht einfach verloren gehen.
Das entscheidende Konstruktionsdetail ist jedoch die Montage der Zieloptik. Die Zielfernrohrbasis sitzt nicht auf der Systemhülse, sondern direkt auf dem Lauf. Damit bleiben Lauf und eingeschossene Optik als Einheit verbunden. Wird ein vorbereiteter Lauf samt Glas eingesetzt, soll die Treffpunktlage erhalten bleiben. Sako bewirbt das System ausdrücklich damit, dass nach einem bereits eingeschossenen Laufwechsel kein erneutes Einschießen notwendig sei.
In der Praxis sollte ein verantwortungsvoller Jäger nach jeder Demontage zumindest einen Kontrollschuss abgeben. Das technische Prinzip ist dennoch überzeugend: Alle für die Treffpunktlage relevanten Komponenten bleiben zusammen. David sieht darin den größten Nutzen für regelmäßig reisende Jäger. „Ich kann einen Lauf mit dem dazugehörigen Glas fertig eingeschossen aufbewahren“, erklärt er. „Zu Hause verwende ich beispielsweise eine .300 Winchester Magnum. Für eine andere Jagd nehme ich einen Lauf in einem anderen Kaliber samt passendem Magazin und gegebenenfalls Verschluss. Das Handling der Waffe bleibt identisch.“
Eine Laufwechselbüchse bringt allerdings nur dann einen echten Vorteil, wenn Wechselkaliber und Optik sinnvoll vorbereitet sind. Wer ständig dasselbe Zielfernrohr zwischen unterschiedlichen Läufen umbaut und anschließend neu einschießt, reduziert den praktischen Nutzen erheblich.
Aluminium-V-Bettung für Wiederholgenauigkeit
Damit ein Laufwechselsystem dauerhaft präzise arbeitet, muss der Lauf nach jeder Montage exakt an dieselbe Position zurückkehren. Sako setzt dafür auf eine Aluminium-V-Bettung, die über die gesamte Länge mit der Systemeinheit in Kontakt steht. Sie soll eine formschlüssige, stabile und wiederholgenaue Basis schaffen.
Im ausgebauten Zustand sind die definierten Anlageflächen gut erkennbar. Der Lauf liegt nicht nur auf einer einfachen planen Fläche, sondern wird über klar ausgeformte Kontaktbereiche geführt. Ein massiver Rückstoßstollen nimmt die Kräfte der Patrone auf. Die Verriegelung erfolgt direkt im Lauf. Der Gasdruck wird damit innerhalb der Lauf-Verschluss-Einheit aufgenommen und nicht über zusätzliche Verriegelungselemente der Systemhülse geleitet. David hält dieses Prinzip für technisch besonders sauber. „Die direkte Verriegelung im Lauf ist für mich eine der besten Lösungen“, sagt er. „Die Verbindung ist stabil, konstruktiv logisch und bietet eine sehr gute Grundlage für Präzision.“

Optilock bleibt Optilock
Auf dem Testmodell sitzt ein Kahles Helia 3,5–18×50, montiert über die neue laufgebundene Sako-Brückenmontage und klassische Optilock-Ringe. Die Optilock-Konstruktion arbeitet mit Kunststoffeinlagen im Inneren der Ringe. Diese Einsätze richten das Zielfernrohr spannungsarm aus und gleichen geringe Fluchtungsabweichungen zwischen den Ringhälften aus. Gleichzeitig schützen sie den Tubus vor Druckstellen.
Das System ist nicht neu, aber bewährt. Andere Hersteller haben ähnliche Konzepte später übernommen.
Für die Sako 100 passt das Kahles gut ins Gesamtbild. Die 3,5-fache Anfangsvergrößerung erlaubt noch relativ schnelle Schüsse auf kürzere Distanzen, während 18-fach genügend Reserve für präzise Schüsse auf weitere Entfernung bietet. David lobt besonders die Lichtleistung des Glases. Der Schießkanal ist im Zielbereich dunkel, die Scheibe hängt vor einem schwarzen Hintergrund. Dennoch bleibt das Zielbild klar und kontrastreich.
Kritik gibt es an der fühlbaren Rasterung der Verstelltürme. „Die Verstellung funktioniert“, sagt David. „Aber die Klicks sind für mein Gefühl etwas weniger klar definiert als etwa bei manchen Gläsern von Swarovski oder Schmidt & Bender.“ Das betrifft allerdings die Optik und nicht die Büchse selbst.

Testaufbau in .300 Winchester Magnum

Getestet wurde die Sako 100 Explorer Wood im Kaliber .300 Winchester Magnum.
Der Magnumlauf misst rund 62 Zentimeter. Das ist jagdlich nicht besonders kompakt, nutzt aber das Leistungspotenzial der Patrone deutlich besser als viele aktuelle Kurzlaufkonfigurationen.
Auf der Mündung saß ein Svemko Standard 1.0. Geschossen wurde mit einer 180-Grain-Laborierung, entsprechend 11,7 Gramm Geschossgewicht.
Die komplette Kombination aus Büchse, Optik, Montage und Schalldämpfer bringt grob fünf Kilogramm auf die Waage. Die Waffe allein liegt je nach Ausführung und Lauflänge ungefähr im Bereich von 3,6 bis 3,8 Kilogramm.
Damit ist die Sako 100 keine ultraleichte Bergbüchse. „Das Gewicht ist der Punkt, den man klar ansprechen muss“, sagt David. „Wer Qualität, ein massives Stahlsystem, einen langen Magnumlauf und ein stabiles Wechselkonzept will, muss eben etwas tragen.“
Auf einer langen Gamsjagd mit 1500 Höhenmetern wird jedes zusätzliche Gramm spürbar. Auf dem Ansitz, bei der Pirsch im leichteren Gelände oder auf einer Jagdreise sorgt die Masse dagegen für Ruhe im Anschlag und reduziert den gefühlten Rückstoß. Die Carbon-Ausführung spart Gewicht, verwandelt die Sako 100 aber ebenfalls nicht in ein kompromissloses Leichtgewicht.

Der erste Schuss zählt
Bereits die ersten Schüsse zeigten, dass die Kombination grundsätzlich harmoniert. Nach einer Korrektur am Zielfernrohr lagen die Treffer eng zusammen. Ein einzelner Schuss saß etwas außerhalb der Gruppe, weshalb David den Lauf vollständig auskühlen ließ. Dann folgte der entscheidende Kontrollschuss aus kaltem Lauf. Er lag wieder bei der Hauptgruppe.
Gerade bei einer Jagdbüchse ist dieser Schuss wichtiger als eine schnell abgegebene Fünfer- oder Zehnerserie. Auf der Jagd wird gewöhnlich aus kaltem Lauf geschossen. Eine Büchse kann auf dem Stand beeindruckende Serien produzieren und trotzdem jagdlich enttäuschen, wenn der erste Schuss nach dem Abkühlen regelmäßig abweicht.
Bei der Sako 100 zeigte sich dieses Problem nicht. „Ich wollte wissen, ob der kalte Schuss wieder dort sitzt, wo er hingehört“, erklärt David. „Und genau das hat er gemacht.“
Präzision war keine Überraschung – aber eine Verpflichtung
Dass die Sako 100 präzise schoss, kam für David nicht völlig unerwartet. „Ich habe noch keine Sako gehabt, die nicht geschossen hat“, sagt er. Dann folgt jener Satz, der es vermutlich auch als Outtake in die sozialen Medien schaffen wird: „Hätte dieses Setup nicht funktioniert, hätte ich die Sako 100 mit der Flex zerschnitten.“
Eine Jagdbüchse für mehrere Tausend Euro muss nicht nur schön verarbeitet sein. Sie muss aus kaltem Lauf treffen, zuverlässig repetieren, ihre Treffpunktlage halten und sich auch nach häufigem Zerlegen wieder reproduzierbar zusammensetzen lassen.
Reisewaffe statt Universalwaffe für jeden
Sako spricht von einer Büchse für „Explorer“. Das klingt nach Marketing, beschreibt die Zielgruppe aber erstaunlich genau.
Die Sako 100 ist besonders interessant für Jäger, die:
regelmäßig ins Ausland reisen,
mehrere Wildarten mit unterschiedlichen Kalibern bejagen,
dasselbe Schaft- und Bedienkonzept beibehalten möchten,
Wert auf hochwertige Materialien und klassische Optik legen,
eine kompakt zerlegbare Büchse für den Transport benötigen.
Weniger sinnvoll ist sie für jemanden, der ausschließlich im heimischen Revier mit einem einzigen Kaliber jagt und ein möglichst geringes Gewicht sucht. Ein solcher Jäger kann mit einer klassisch aufgebauten Sako 90 oder einer leichteren Tikka vermutlich ebenso glücklich werden – und deutlich weniger Geld ausgeben.
Der Preis des Premiumanspruchs

Preislich bewegt sich die Sako 100 klar im oberen Segment. Je nach Ausführung, Markt und Ausstattung liegt die Büchse grob zwischen 5000 und 6000 Euro, Wechselkomponenten und Optiken noch nicht eingerechnet.
Damit konkurriert sie nicht mit einfachen Gebrauchsrepetierern, sondern mit hochwertigen modularen Systemen wie der Blaser R8, der Steel Action, der Steyr Monobloc oder anderen Premiumbüchsen europäischer Hersteller.
David hält den Preis für hoch, aber angesichts der Konstruktion nicht für unverständlich.
„Das ist viel Geld“, sagt er. „Aber man bekommt auch viel Büchse dafür: einen hochwertigen Koffer, ein sauberes Laufwechselsystem, Stahlmagazin, Handspannung, eine sehr gute Montage und eine Verarbeitung, bei der kaum gespart wurde.“
Die Serienwaffe wird in einem hochwertigen Transportkoffer ausgeliefert, der auf die zerlegte Konfiguration abgestimmt ist. Gerade für Flugreisen ist das ein tatsächlicher Mehrwert und nicht nur repräsentative Verpackung.
Trotzdem sollte ein Käufer ehrlich rechnen. Wer mehrere Läufe, Magazine, Verschlusskomponenten und jeweils eigene Zielfernrohre anschafft, investiert schnell einen deutlich fünfstelligen Betrag.
Zwischen Tradition und Technik
Die größte Leistung der Sako 100 besteht vielleicht darin, dass sie trotz ihrer Modularität nicht wie eine technische Plattform aussieht.
Viele Laufwechselbüchsen zeigen ihre Konstruktion offen. Sie wirken sachlich, industriell und manchmal beinahe militärisch. Die Sako 100 Explorer Wood dagegen bleibt auf den ersten Blick eine elegante Jagdbüchse mit Nussbaum und klassischen Linien.
Erst bei genauerer Betrachtung erkennt man den zweiteiligen Schaft, die laufgebundene Montage, das integrierte Werkzeug und die moderne Systemarchitektur. Diese Verbindung passt zur Geschichte des Herstellers. Sako steht seit Jahrzehnten zwischen industrieller Präzisionsfertigung und klassischer europäischer Jagdkultur. Die Sako 100 macht aus diesem Spannungsfeld kein Geheimnis, sondern ihr zentrales Konzept.
Die eierlegende Wollmilchsau?
Die Sako 100 möchte vieles gleichzeitig sein: klassische Holzschaftbüchse, modernes Laufwechselsystem, sichere Handspannwaffe, robuste Reisepartnerin und präzise Magnumplattform. Erstaunlicherweise gelingt ihr dieser Spagat weitgehend.
Sie ist exzellent verarbeitet, repetiert außergewöhnlich geschmeidig und besitzt ein durchdachtes Wechselkonzept. Die laufgebundene Optik, das integrierte Werkzeug, die Aluminium-V-Bettung und die direkte Verriegelung im Lauf sind keine dekorativen Verkaufsargumente, sondern technisch sinnvolle Lösungen.
Ihre Nachteile sind ebenso klar: Die Sako 100 ist schwer, lang und teuer. Wer eine federleichte Bergbüchse sucht oder nur ein Kaliber benötigt, wird ihre Möglichkeiten kaum ausschöpfen.

Für den passionierten Jagdreisenden, der dasselbe vertraute System vom heimischen Rotwildrevier bis nach Skandinavien oder Afrika verwenden möchte, zählt sie dagegen zu den interessantesten Premiumbüchsen am Markt. David bringt sein Urteil weniger nüchtern auf den Punkt: „Das ist einfach eine richtig hochwertige, ehrliche Büchse. Der Verschluss, die Handspannung, die Montage und die Schussleistung – da gibt es wenig auszusetzen. Wenn jemand etwas Besonderes will und bereit ist, dafür zu zahlen, bekommt er hier wirklich etwas Besonderes.“
Die eierlegende Wollmilchsau existiert in der Jagd vermutlich ebenso wenig wie die eine Patrone für jedes Wild und jede Entfernung. Doch die Sako 100 kommt dieser Idee näher als viele andere Büchsen.






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