Mehr als Jagd: Wie Kärntner Jäger um die Rückkehr der Störche kämpfen
- 15. Mai
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Es sind nicht die Bilder, die viele Menschen zuerst mit Jagd verbinden. Keine Hochsitze. Keine Trophäen. Kein Wildbret. Sondern Weißstörche. Große Zugvögel, die über den Krappfelder Äckern bei Althofen kreisen, immer wieder versuchen zu landen – und doch weiterziehen, weil ihnen etwas Entscheidendes fehlt: ein sicherer Platz zum Brüten.
Genau diese Szenen ließen Althofens Vizebürgermeister Michael Baumgartner nicht mehr los. Der leidenschaftliche Jäger beobachtete über Monate und Jahre, wie die Tiere im Bereich des Niedermoors und der Äcker auftauchten. „Mehrfach gab es Versuche, einen Horst zu errichten“, erzählt Baumgartner. „Aber die passende Infrastruktur fehlte.“
Wenn Jäger Lebensräume schaffen
Für ihn war klar: Wenn man will, dass Wildtiere zurückkehren, reicht es nicht, nur darüber zu reden. Man muss Lebensraum schaffen. Gemeinsam mit Bürgermeister Walter Zemrosser entstand deshalb die Idee, einen professionellen Kunsthorst zu errichten. Nicht als Prestigeprojekt. Sondern als konkrete Hilfe für eine Tierart, die vielerorts längst selten geworden ist.
Doch ein Storchenhorst ist kein kleines Bastelprojekt. Über Jahre kann so ein Nest mehrere hundert Kilogramm schwer werden. Also mussten zunächst Dach und Konstruktion verstärkt werden.
Ein Horst mit 1,2 Metern Durchmesser

Dachdecker Guido Sornig und Spengler Andi Schusser rückten an, verstärkten die Dachkonstruktion und führten schließlich ein massives Rohr durch das Dach eines Stallgebäudes. Darauf entstand ein Kunsthorst mit 1,2 Metern Durchmesser – groß genug für ein zukünftiges Storchenpaar.
Die stille Arbeit der Jäger

Und genau darin steckt eine Geschichte, die außerhalb der Jagd oft kaum wahrgenommen wird. Denn moderne Jagd bedeutet längst nicht nur Bejagung.
Viele Jäger investieren unzählige freiwillige Stunden in Hege, Biotoppflege, Wildrettung und Lebensraumschutz. Sie legen Wildäcker an, retten Kitze vor dem Mähtod, schaffen Wasserstellen in Trockenperioden oder pflegen Feuchtgebiete – oft still und ohne große Öffentlichkeit.
Auch im Krappfeld geht es letztlich um genau das: Lebensräume zu erhalten und Arten wieder eine Chance zu geben.
Hoffnung auf das Klappern der Störche
„Langfristig wollen wir dauerhafte Ansiedlungen fördern“, sagt Baumgartner. Ob die Störche den neuen Horst tatsächlich annehmen werden, kann niemand garantieren. Wildtiere folgen keinen politischen Programmen und keinen Zeitplänen. Aber genau das macht solche Projekte besonders: Es geht nicht um schnellen Erfolg. Sondern um Verantwortung für Landschaft und Natur.
Vielleicht wird schon bald wird das typische Klappern der Weißstörche über den Dächern von Althofen zu hören sein. Und vielleicht zeigt genau diese Geschichte besser als viele Debatten, was Jagd im Kern oft wirklich bedeutet: langfristiges Denken, Engagement – und Herzblut für die Natur.



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