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Steel Action: Deutsche Geradezug-Präzision für die Jagd

6. Juni
4 Min. Lesezeit
David hat für "Schuss & Stille" die Steel Action Hunter Short Synthetic getestet.
David hat für "Schuss & Stille" die Steel Action Hunter Short Synthetic getestet.

Wie gut ist die Steel Action wirklich? Der Markt für Geradezugrepetierer ist hart umkämpft. Jahrelang galt die Blaser R8 als nahezu konkurrenzloser Maßstab. Doch mittlerweile haben sich einige Hersteller daran gemacht, das Konzept neu zu interpretieren. Einer davon ist Steel Action aus Deutschland.


Für Schuss & Stille hat Waffenprofi David von Alpen Adria Jagd in Villach die Steel Action Hunter Short Synthetic ausführlich unter die Lupe genommen. Dabei interessierte uns nicht nur die Schussleistung, sondern vor allem die Frage: Wie schlägt sich die Steel Action im jagdlichen Alltag – und wie positioniert sie sich gegenüber der ebenfalls getesteten AE Precision Hunter Success Fix?

Robuster Arbeitspartner statt Vitrinenstück


Bereits beim ersten Kontakt wird klar: Die Steel Action Hunter Short Synthetic will kein filigranes Luxusgewehr sein. Sie versteht sich vielmehr als kompromissloses Arbeitsgerät.

Der schwarze Kunststoffschaft wirkt äußerst robust und ist für harte Jagdpraxis ausgelegt. Kratzer, Regen, Schnee oder Schmutz können ihm wenig anhaben. Die griffigen Elastomereinlagen sorgen auch bei Nässe für sicheren Halt.


Auffällig ist die leicht nach rechts ausgelegte Schaftform. Die Hunter-Version richtet sich primär an Rechtsschützen. Wer eine Linksausführung sucht, muss auf andere Varianten im Steel-Action-Programm ausweichen. Eine verstellbare Schaftbacke fehlt zwar serienmäßig, allerdings bietet der Schaft genügend Material, um beispielsweise eine Kalix-Schaftbackenerhöhung nachzurüsten.


Büchsenmacher David ist vom Geradezugverschloss und dem Handspanner begeistert.
Büchsenmacher David ist vom Geradezugverschloss und dem Handspanner begeistert.


Das Herzstück: Der Geradezugverschluss

Die eigentliche Stärke der Steel Action liegt im Verschluss. Technisch arbeitet die Waffe mit einem Drehkopfverschluss, der beim Vorschieben des Kammerstängels automatisch verriegelt. Dieses Prinzip kombiniert die Sicherheit eines klassischen Verriegelungssystems mit der Geschwindigkeit eines Geradezugrepetierers.


Im Gegensatz zu manchen Konkurrenzprodukten läuft der Verschluss ausgesprochen geschmeidig. Die Oberflächen von Systemhülse und Verschluss sind nitrocarburiert, wodurch Härte, Korrosionsbeständigkeit und Gleiteigenschaften verbessert werden.

David zeigte sich im Test beeindruckt: „Der Verschlussgang ist ein Wahnsinn. Extrem leichtgängig, sehr leise und unglaublich schnell.“


Gerade bei Bewegungsjagden oder Nachsuchen kann dieser Geschwindigkeitsvorteil entscheidend sein.



Handspannung: Sicher und praxisgerecht


Ein weiteres Merkmal ist die Handspannung. Der Spannschieber lässt sich angenehm leicht bedienen und kann sogar im Anschlag nahezu geräuschlos gespannt werden. Ebenso lautlos lässt sich die Waffe wieder entspannen. Das System bietet einen hohen Sicherheitsgewinn, verlangt aber Aufmerksamkeit vom Schützen.


Denn wie bei allen Handspannern gilt: Gespannt bedeutet schussbereit. Eine zusätzliche Sicherung existiert nicht. Wer die Waffe gespannt abstellt oder unachtsam handhabt, verlässt sich ausschließlich auf die Disziplin des Anwenders.



Stahlmagazin statt Kunststofflösung


Positiv fiel im Test das robuste Stahlmagazin auf. Es fasst fünf Patronen und ermöglicht damit eine Kapazität von 5+1 Schuss. Der Zubringer besteht aus Kunststoff, was die Geräuschentwicklung reduziert und etwas Gewicht spart. Der Magazinhalter und der Abzugsbügel sind aus Metall gefertigt – ein Detail, das in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich ist.



Der Abzug überzeugt


Der Direktabzug lässt sich werkseitig zwischen etwa 500 und 2.500 Gramm einstellen.

Besonders gelungen ist die Position des Abzugs. Er sitzt relativ weit hinten, wodurch auch Schützen mit kleineren Händen problemlos einen sauberen Fingerkontakt erreichen.

Im Test überzeugte der Abzug mit trockenem Auslöseverhalten und klar definiertem Druckpunkt.



Schwere Waffe – bewusst so gebaut


Mit rund 3,7 bis 3,8 Kilogramm gehört die Hunter Synthetic nicht zu den Leichtgewichten. Während moderne Carbonbüchsen teilweise unter drei Kilogramm wiegen, setzt Steel Action bewusst auf Masse.


Das bringt Vorteile:

  • ruhiger Anschlag

  • angenehmes Schwingungsverhalten

  • geringere Rückstoßwahrnehmung

  • hohe Stabilität


Wer täglich tausend Höhenmeter auf Gamsjagd steigt, wird jedes Gramm spüren. Wer hingegen überwiegend auf Ansitz, Bewegungsjagd oder Nachsuche unterwegs ist, wird die zusätzliche Masse oft sogar schätzen.



David vergleicht die Steel Action mit der nahezu identen Hunter Success von AE Precision, die in der Slowakei gefertigt werden.
David vergleicht die Steel Action mit der nahezu identen Hunter Success von AE Precision, die in der Slowakei gefertigt werden.

Vergleich zur AE Precision Hunter Success Fix


David vergleicht die Hunter Synthetic mit der AE Precision Hunter Success Fix. Technisch sind beide Waffen eng verwandt - nahezu ident. Verschluss, Handspannung und Magazin folgen demselben Grundprinzip. Der größte Unterschied liegt im Schaft.


Während die AE Precision auf einen Lochschaft setzt, verwendet die Hunter Synthetic einen klassischen Jagdschaft.


Links die Steel Action rechts die AE Precision
Links die Steel Action rechts die AE Precision

Genau hier sieht David einen oft unterschätzten Vorteil: Beim Geradezugrepetierer muss die Schusshand zum Repetieren ohnehin bewegt werden. Der vermeintliche Geschwindigkeitsvorteil eines Lochschafts fällt daher deutlich geringer aus als bei vielen Jägern angenommen.


Moderne Schaftgeometrien mit steilem Pistolengriff erreichen heute nahezu denselben ergonomischen Effekt. Davids Fazit: „Für einen Geradezugrepetierer braucht man nicht zwingend einen Lochschaft. Die Hunter lässt sich extrem schnell repetieren und liegt hervorragend in der Hand.“


David im Anschlag mit der AE Precision Hunter Success Fix
David im Anschlag mit der AE Precision Hunter Success Fix

Schussleistung auf dem Prüfstand


Getestet wurde die Steel Action im Kaliber .308 Winchester mit 52 Zentimeter Lauf. Als Munition kam die neue Norma Oryx Odin in 10,5 Gramm zum Einsatz. Bereits die ersten Schussgruppen lagen eng beieinander. Nach einigen Schüssen und leichtem Einschießen zeigte die Kombination aus Waffe und Munition ein sauberes, jagdlich hervorragendes Trefferbild.


Bemerkenswert: Es musste keine alternative Laborierung ausprobiert werden. Die Steel Action harmonierte auf Anhieb mit der verwendeten Munition. Natürlich gilt auch hier:

Jeder Lauf reagiert individuell. Eine andere Waffe derselben Serie kann mit einer anderen Laborierung noch bessere Ergebnisse liefern.



David's Fazit


Die Steel Action Hunter Short Synthetic ist keine modische Leichtbaubüchse für den Instagram-Auftritt. Sie ist ein Werkzeug für Jäger, die Robustheit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit suchen. Der butterweiche Geradezugverschluss, die überzeugende Handspannung und die hohe Verarbeitungsqualität machen sie zu einer ernsthaften Alternative zu deutlich teureren Systemen.


Wer häufig auf Bewegungsjagden unterwegs ist, einen sicheren Handspanner schätzt und eine Büchse sucht, die auch nach Jahren harter Jagdpraxis noch funktioniert, sollte sich die Steel Action unbedingt genauer ansehen. Davids Urteil: „Die Steel Action ist vielleicht nicht die leichteste Büchse am Markt. Aber sie ist ehrlich gebaut, extrem zuverlässig und schießt hervorragend. Genau das erwarten Jäger von einem Arbeitsgerät.“









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