Wenn die Jagdsaison endet, beginnt seine Hochsaison!
- 3. März
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Wenn in den Revieren Ruhe einkehrt und die Jagdsaison zu Ende geht, beginnt für andere erst die intensivste Zeit des Jahres. Für Eric Leitner, Präparatormeister aus Paternion, startet dann die heiße Phase. Denn jetzt kommen sie in seine Werkstatt auf der Kreuzen in Kärnten: die Erinnerungen. Trophäen, Jagderlebnisse, besondere Momente – Augenblicke, die bleiben sollen.
Ohne Präparatoren wären Museen undenkbar. Es sind ihre Hände, ihr Wissen und ihr Blick fürs Detail, die Natur für kommende Generationen begreifbar machen. Nicht von ungefähr zählen der Alpenwildpark Scherzer in Feld am See ebenso zu Leitners Kunden wie das Stadttheater Klagenfurt. „Für das Stück Nathan der Weise habe ich einmal acht Raben präpariert“, erzählt er – eine dieser Geschichten, die zeigen, wie vielseitig sein Handwerk ist.
Ein Beruf, der alles vereint
Der gebürtige Burgenländer ist heute einer der bekanntesten und erfahrensten Präparatoren Österreichs. Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet Leitner in seinem Atelier auf der Kreuzen bei Paternion. Das Handwerk wurde ihm in die Wiege gelegt – sein Vater war selbst Präparator. „Mein Beruf ist wohl auch Familienschicksal“, sagt er ruhig. Und doch weiß er: "Geeignet ist dieser Job längst nicht für jeden."
„Um wirklich naturnahe Ergebnisse zu erzielen, braucht es viel Geduld und enormes Fingerspitzengefühl“, erklärt Leitner. „Man muss Fähigkeiten als Maler, Tischler, Biologe, Bildhauer und Chemiker in sich vereinen.“ Ein Satz, der zeigt, warum der Beruf des Tierpräparators heute so selten geworden ist. Österreichweit gibt es nur noch wenige Meisterbetriebe und Lehrlinge werden seit Jahren keine mehr ausgebildet.
Von der Maus bis zum Menschenfresser

Es gibt kaum eine Tierart, die Eric Leitner noch nicht unter den Händen hatte. Die Bandbreite seiner Arbeiten ist beeindruckend – und manchmal auch furchteinflößend. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein sechs Meter langes Krokodil aus dem Selous-Nationalpark in Tansania. „Ein echter Menschenfresser“, sagt er nüchtern. Auch ein riesiger Eisbär aus Grönland zählt zu seinen Arbeiten.
Und doch sind es oft die heimischen Wildarten, die besonders viel Gefühl verlangen. Bei Vögeln wie dem Birkhahn etwa modelliert Leitner den Körper traditionell mit Holzwolle. „So kann ich jede Haltung, jede Spannung im Körper exakt nachbilden“, erklärt er. Genau hier trennt sich Handwerk von Kunst.
Für Jäger zählt das Individuum
Jäger schätzen an Leitners Arbeiten vor allem eines: die Treue zum Original. Nicht das perfekte Lehrbuch-Tier steht im Vordergrund, sondern das individuelle Stück. Ein besonderer Sprung im Fell, eine typische Haltung, ein markanter Ausdruck – all das soll erhalten bleiben. Jede Arbeit ist ein Einzelstück. Und fertig ist sie erst, wenn der Präparator selbst zufrieden ist.
Zu Leitners Kunden zählen neben Museen und Tierparks Jäger aus ganz Europa, aber ebenso Haustierbesitzer. Die Nachfrage nach Präparaten steigt – paradoxerweise in einer Zeit, in der das Handwerk selbst immer seltener wird.
Ruhe, Konzentration und große Ziele
Leitner lebt und arbeitet dort, wo andere Erholung suchen. Die Kreuzen bei Paternion ist still, abgelegen, ideal für einen Beruf, der höchste Konzentration verlangt. Nach seiner Ausbildung – begonnen mit 17 Jahren in Wien – führte ihn die Liebe nach Kärnten. Über Zlan kam er schließlich hierher, gemeinsam mit seiner Frau Margit.
Und obwohl er bereits Erfolge bei Europa- und Weltmeisterschaften feiern konnte, ist sein Ehrgeiz ungebrochen. Der nächste große Traum: der Weltmeistertitel. Still, konzentriert und ohne großes Aufheben arbeitet Eric Leitner weiter an dem, was er am besten kann.
Augenblicke festhalten. Für die Ewigkeit.
Und dafür sorgen, dass Jagd nicht nur Erinnerung bleibt – sondern sichtbar, greifbar und lebendig. Genau das ist es, was Präparatormeister Eric Leitner ausmacht.



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