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Das Kaliber .17 Hornet - Rasanz auf 200 Meter

  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Die .17 Hornet (links) im Größenvergleich mit der .17 HMR.
Die .17 Hornet (links) im Größenvergleich mit der .17 HMR.

Wie sich die kleine Zentralfeuerpatrone leistungsmäßig von der weltweit beliebten .17 HMR Kleinkaliberpatrone absetzt – und für welchen Jäger die moderne und leistungsstärkere .17 Hornet wirklich Sinn macht.


Es sind oft die leisen Kaliber, die in der Jagdpraxis die größten Diskussionen auslösen. Die .17 Hornet gehört zweifellos dazu. Klein, schnell, kompromisslos auf Raubwild ausgelegt – und doch rechtlich wie jagdlich klar eingeordnet. Wer sie mit der .17 HMR vergleicht, erkennt rasch: Hier geht es nicht um Nuancen. Hier geht es um Systemunterschiede.



Randfeuer gegen Zentralfeuer – ein technischer Bruch


Die .17 HMR (Hornady Magnum Rimfire) ist eine Randfeuerpatrone. Bewährt, präzise, mit rund 1,1 Gramm (17 grs) Geschossgewicht und Mündungsgeschwindigkeiten um die 750 – 780 m/s. Ihre effektive Einsatzdistanz liegt praxisgerecht bei 120 bis 150 Metern – ideal für Krähen, Tauben, Marder oder für die Baujagd auf kurze Distanz.


Die .17 Hornet hingegen ist eine Zentralfeuerpatrone. Und das verändert alles.

Die .17 Hornet ist eine Randfeuerpatrone (li.), die .17 HMR hingen eine Zentralfeuerpatrone (re.).
Die .17 Hornet ist eine Randfeuerpatrone (li.), die .17 HMR hingen eine Zentralfeuerpatrone (re.).

  • Rund doppeltes Hülsenvolumen

  • Geschwindigkeiten bis etwa 1.100 m/s

  • Energie deutlich oberhalb der HMR

  • Einsatzbereich realistisch bis 200 Meter und darüber


Die .17 Hornet Patrone basiert auf der alten .22 Hornet, wurde jedoch vom amerikanischen Munitionshersteller Hornady völlig neu interpretiert und im Jahr 2012 modernisiert. Das Ziel war dabei klar: Ein extrem rasantes, aber zugleich kontrollierbares Raubwildkaliber mit minimaler Balgentwertung.



Wirkung im Ziel – Schock statt Ausschuss


Das typische Geschossgewicht der .17 Hornet liegt bei rund 20 Grains (ca. 1,3 Gramm). Die Kombination aus hoher Geschwindigkeit und geringer Masse erzeugt eine massive hydrodynamische Schockwirkung.


Praxisberichte zeigen:

  • Einschuss etwa 4,5 mm

  • Kaum oder kein Ausschuss

  • Das Geschoss fragmentiert im Wildkörper


Gerade beim Fuchs ist das entscheidend. Auf 180 oder 200 Meter sauber angesetzt, wirkt die .17 Hornet zuverlässig. Die Balgschonung ist hervorragend – ein Punkt, der sie für Winteransitze bei Vollmond besonders interessant macht.


Im Vergleich dazu gerät die .17 HMR bei 120 Metern und leicht suboptimalem Treffersitz rasch an ihre Grenzen. Die Hornet bietet hier eine spürbare Leistungsreserve.



.17 Hornet (li.) und .17 HMR (re.)
.17 Hornet (li.) und .17 HMR (re.)

Sicherheitsaspekt – unterschätzter Vorteil


Ein oft übersehener Punkt ist die Hintergrundgefährdung. Durch das geringe Geschossgewicht verliert die .17 Hornet nach wenigen hundert Metern massiv an Energie. Anders als schwerere .22-Kaliber mit 3,5 Gramm und mehr bleibt hier kaum Masse übrig, die auf große Distanz noch relevant gefährlich wäre.


Das macht sie – bei sauberer Kugelfangwahl – in strukturierten Revieren kalkulierbarer als viele stärkere Mittelkaliber.



Waffenangebot in Europa


Da das Kaliber amerikanischen Ursprungs ist, ist es in Europa kein Massenphänomen. Dennoch gibt es auch hierzulande solide Jagdwaffen:


Für die Blaser R8 gibt es sogar einen Wechsellauf im Kaliber .17 Hornet.
Für die Blaser R8 gibt es sogar einen Wechsellauf im Kaliber .17 Hornet.

Stellt sich also nur noch die Frage,

für wen ist die .17 Hornet sinnvoll?


Die Patrone ist auf alle Fälle kein Universalkaliber. Sie ist ein Spezialist und ideal für alle, die konsequent dem Fuchs nachstellen, und dabei in offenen Feldrevieren mit Distanzen um 150 bis 200 Meter weidwerken. Aber auch für Winteransitzjäger, die balgschonend Raubtiere bejagen oder für das Prädatoren-Management bei Krähen.


Nicht geeignet ist die .17 Hornet, weil rechtlich nicht zulässig, auf Schalenwild, weil die gesetzlich vorgeschriebene Mindestenergie fehlt.


Die .17 Hornet (Mitte) im Vergleich mit einer 30.06 Spring. (oben) sowie einer .17 HMR (unten).
Die .17 Hornet (Mitte) im Vergleich mit einer 30.06 Spring. (oben) sowie einer .17 HMR (unten).

Für „Schuss und Stille“ ist die .17 Hornet eine kleine Präzisionsmaschine


Die .17 HMR bleibt eine hervorragende Randfeuerlösung für kurze Distanzen. Leise, präzise, günstig im Betrieb. Die .17 Hornet hingegen ist ihr erwachsener Bruder. Mehr Reichweite, mehr Reserven, mehr Wirkung – bei gleichzeitig minimaler Wildbret- und Balgschädigung. Wer konsequent Raubwild auf weitere Distanz bejagt und ein spezialisiertes Werkzeug sucht, findet in der .17 Hornet eine hochpräzise, rasante Alternative. Nicht laut. Nicht brachial. Aber technisch beeindruckend effizient.


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