Steyr RMS Wild: Die neue Königin der Geradezugrepetierer?
- 24. Juni
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Knapp 130 Jahre nachdem Steyr mit dem legendären Mannlicher M95 (dem ersten Geradezugrepetierer, der wegen des Repetiervorgangs auch Ruckzuck-Gewehr genannt wurde) Militärgeschichte geschrieben hat, präsentieren die Österreicher mit der RMS Wild einen modernen Geradezugrepetierer für die Jagd. Die Erwartungen sind hoch. Schließlich stammt die Büchse aus einem Haus, das seit Generationen für Präzision, Innovation und österreichische Waffentradition steht.
Doch kann die neue RMS Wild tatsächlich mit den etablierten Geradezugsystemen am Markt mithalten? Für Schuss & Stille hat Waffenexperte David Mischkulnig von Alpen Adria Jagd in Villach die neue Büchse ausführlich unter die Lupe genommen – vom Schaft bis zum Schießstand.
Der erste Eindruck: Typisch Steyr
Schon beim ersten Kontakt wird klar: Die RMS Wild will keine Revolution sein. Sie setzt vielmehr auf die bekannten Stärken der Marke und kombiniert diese mit einem modernen Geradezugverschluss.

Der glasfaserverstärkte Kunststoffschaft wirkt robust und durchdacht. Die Linienführung erinnert an die erfolgreiche SM12-Serie, wirkt aber moderner und dynamischer. Erhältlich ist die Büchse in Grün oder Braun. Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck.
Besonders gefällt David die Ergonomie: „Die Waffe liegt unglaublich angenehm in der Hand. Durch den steilen Pistolengriff hat man sofort eine natürliche Schießposition.“
Mit rund 3,2 Kilogramm Eigengewicht gehört die RMS Wild zudem zu den leichteren Vertretern ihrer Klasse.
Durchdachte Details für die Praxis
Steyr hat bei der RMS Wild zahlreiche Features integriert, die man sonst oft nur in deutlich höheren Preisklassen findet. Dazu gehört die werkzeuglos verstellbare Schaftlänge mittels Spacer-System ebenso wie die höhenverstellbare Schaftbacke mit Memory-Funktion. Einmal eingestellt, kehrt sie nach jedem Verstellen automatisch in die gespeicherte Position zurück. Auch moderne QD-Riemenbügelaufnahmen sind serienmäßig vorhanden.
„Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber im Jagdalltag einen großen Unterschied“, erklärt David. Besonders bei längeren Pirschgängen oder Bergjagden zeigt sich der Vorteil dieser Lösung.
Sicherheit auf höchstem Niveau
Ein zentrales Thema bei modernen Jagdbüchsen ist die Sicherheit. Hier setzt die RMS Wild auf eine neu entwickelte Zweistellungssicherung. Im Gegensatz zu früheren Steyr-Systemen sichert sie direkt den Schlagbolzen. Zusätzlich verfügt die Büchse über eine separate Entriegelungstaste. Dadurch kann die Waffe auch im gesicherten Zustand sicher entladen werden.
Ein weiteres Sicherheitsmerkmal versteckt sich im Verschlusssystem selbst. Die drei Verriegelungswarzen greifen direkt im Lauf ein. Erst wenn der Verschluss vollständig verriegelt ist, wird der Schlagbolzen freigegeben. „Das System erinnert in seiner Sicherheitsphilosophie an die besten Geradezugrepetierer am Markt“, sagt David.
Der Geradezugverschluss

Natürlich dreht sich bei der RMS Wild alles um den neuen Geradezugverschluss.
Genau hier überrascht die Büchse. Der Verschluss läuft außergewöhnlich weich und leichtgängig. Bereits nach wenigen Repetierbewegungen entsteht der Eindruck, als hätte man die Waffe bereits seit Jahren im Einsatz.
„Das ist wahrscheinlich der leichtgängigste Geradezugverschluss, den ich bisher geschossen habe“, so David. Besonders angenehm: Die Repetierbewegung benötigt kaum Kraftaufwand. Gleichzeitig vermittelt das System ein hohes Maß an Stabilität und Präzision.
Anders als viele Social-Media-Videos vermuten lassen, ist die hohe Geschwindigkeit beim Repetieren aber nicht das wichtigste Kaufargument. „Die Leute werden die RMS Wild nicht nur wegen des Geradezugverschlusses kaufen. Sie kaufen sie, weil sie eine Steyr ist.“
Monoblock-System sorgt für Präzision
Wie schon andere Modelle aus dem Hause Steyr setzt auch die RMS Wild auf das bewährte Monoblock-Prinzip. Lauf und System bilden eine hochpräzise Einheit. Dadurch werden Toleranzen minimiert und eine konstante Schussleistung ermöglicht.
Die Büchse wird serienmäßig mit Picatinny-Schiene ausgeliefert und besitzt ein M15x1-Mündungsgewinde. Ein Detail vermisst David allerdings: „Das berühmte Steyr-Hämmermuster am Lauf ist verschwunden. Schade, denn genau daran hat man eine Steyr schon von weitem erkannt.“
Auf dem Schießstand
Für den Praxistest wurde die RMS Wild mit einem Alpen Optics Apex XP 2,5-16x42 und einem A-TEC H3 Schalldämpfer ausgestattet. Geschossen wurde mit der neuen ODIN-Jagdmunition im Kaliber .308 Winchester. Bereits die ersten Schüsse sorgten für Überraschung. Die RMS Wild produzierte auf Anhieb enge Trefferbilder. „Die Schussleistung ist beeindruckend", so David. Auch bei schneller Schussfolge blieb die Treffpunktlage konstant. Der Verschluss lief dabei jederzeit sauber und zuverlässig.
Kleine Kritikpunkte
Dennoch: Perfekt ist auch die RMS Wild nicht. David hätte sich einen Aluminium-Abzug statt der Kunststoffausführung gewünscht. Gleiches gilt für den Magazinboden und den Abzugsbügel. „Das sind Kleinigkeiten. Funktional gibt es daran nichts auszusetzen. Aber Aluminium würde der Waffe noch etwas mehr Wertigkeit verleihen.“ Im Zubehörmarkt dürften entsprechende Upgrades allerdings bald verfügbar sein.
Ein starker Wurf aus Österreich
Mit der RMS Wild gelingt Steyr Arms ein beeindruckender Einstieg in die moderne Welt der Geradezugrepetierer. Die Büchse verbindet österreichische Jagdtradition mit zeitgemäßer Technik, hoher Sicherheit und überzeugender Präzision. Der leichtgängige Verschluss, die durchdachte Ergonomie und die sehr gute Schussleistung machen sie zu einer ernstzunehmenden Alternative zu deutlich teureren Konkurrenzmodellen.
Wer einen modernen Geradezugrepetierer sucht und gleichzeitig Wert auf österreichische Fertigung legt, sollte die RMS Wild unbedingt näher betrachten. David: „Steyr hat hier vieles richtig gemacht. Die RMS Wild ist leicht, präzise, sicher und macht einfach Spaß. Für mich gehört sie aktuell zu den spannendsten Neuerscheinungen des Jahres.“







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