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Tirols Anton Larcher an der Spitze der Jagd in Österreich

Der  Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher hat den Vorsitz der Landesjägermeisterkonferenz übernommen.
Der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher hat den Vorsitz der Landesjägermeisterkonferenz übernommen.


Mit dem Jahreswechsel vollzieht sich ein stiller, aber bedeutender Wechsel an der Spitze von Jagd Österreich. Seit dem 1. Jänner 2026 hat Anton Larcher turnusgemäß den Vorsitz der Landesjägermeisterkonferenz übernommen – und setzt damit ein klares Signal für die kommenden Jahre: Die Zukunft der Jagd liegt im belastbaren Wissen, im offenen Dialog und in der Verantwortung gegenüber Wild, Lebensraum und Gesellschaft.



Fakten statt Gefühle


Politische Entscheidungen, so Larcher, stützen sich zunehmend auf wissenschaftliche Grundlagen. Für die Jagd bedeutet das vor allem eines: belastbare Daten. „Es ist nur konsequent, dass wir unser Engagement im Monitoring weiter ausbauen“, betont der neue Präsident. Besonders beim Großraubwild – Wolf und Bär – brauche es ein österreichweit einheitliches, faktenbasiertes und aktives Monitoring, getragen von der gesamten Jägerschaft. Weg von Einzelmeldungen und regionalen Insellösungen, hin zu einem gemeinsamen Lagebild.



Das Präsidium 2026 – Kontinuität und neue Akzente


Das neue Präsidium: Franz Mayr-Melnhof-Saurau (li.), Anton Larcher (mit.) und Norbert Walter, der Wiener Landesjägermeister (re.).
Das neue Präsidium: Franz Mayr-Melnhof-Saurau (li.), Anton Larcher (mit.) und Norbert Walter, der Wiener Landesjägermeister (re.).

Auch personell ist 2026 von Bewegung geprägt. Der steirische Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau wechselt in die Funktion des zweiten stellvertretenden Präsidenten. Neu im Präsidium ist Norbert Walter, Landesjägermeister von Wien, der künftig als erster stellvertretender Präsident fungiert.


Maximilian Mayr-Melnhof, der umtriebige und engagierte Landesjägermeister von Salzburg, scheidet nach seiner planmäßigen dreijährigen Amtszeit aus dem Präsidium aus – ein Wechsel, der Kontinuität sichert und zugleich neue Perspektiven eröffnet.



Wildtierdatenbank: Datenhoheit als Schlüssel


Ein Blick nach Brüssel zeigt, wohin die Reise geht. Detaillierte Berichtspflichten der EU-Mitgliedsstaaten verlangen nach modernen, transparenten Strukturen. Die Antwort darauf ist eine bundesweite Wildtierdatenbank, in der Streckendaten, Monitoring-Ergebnisse und Lebensrauminformationen zusammengeführt werden. Ein Projekt, das bereits unter der Präsidentschaft von Franz Mayr-Melnhof angestoßen wurde und nun in die Umsetzung gehen soll.


„Eine Wildtierdatenbank schafft Transparenz, ermöglicht fundierte Entscheidungen und verschafft uns Jägerinnen und Jägern jene Datenhoheit, die notwendig ist, um in gesellschaftlichen und politischen Diskussionen auf Augenhöhe aufzutreten“, bringt es Präsident Larcher auf den Punkt. Für eine Jagd, die sich nicht rechtfertigt, sondern erklärt.



Sichtbar werden – auch jenseits des Reviers


Neben Zahlen und Systemen bleibt ein weiterer Bereich zentral: die Kommunikation. Kampagnen wie #DasIstJagd, die YouTube-Minidoku #WhattheJagd, Kurzvideoformate und das Online-Medium jagdfakten.at haben gezeigt, dass moderne Öffentlichkeitsarbeit wirkt. Larcher will diesen Weg konsequent weitergehen – mit besonderem Fokus auf urbane, jagdfernere Zielgruppen.


Der Gedanke dahinter ist einfach und zugleich anspruchsvoll: „Nur wer klar verstanden wird, kann Vertrauen gewinnen. Und nur mit Vertrauen können wir Gesetzgebungsprozesse und gesellschaftliche Debatten wirksam mitgestalten.“ Jagd als Teil der Lösung, nicht als Randthema.



Europa im Blick


2026 steht zudem im Zeichen des internationalen Austauschs. Die Internationale Jagdkonferenz unter österreichischem Vorsitz bietet Raum, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame europäische Antworten auf gemeinsame Herausforderungen zu entwickeln – vom Großraubwildmanagement bis zum Schutz sensibler Lebensräume.



Ein leiser Anspruch mit klarer Haltung


Anton Larcher blickt mit Zuversicht auf das kommende Jahr – ohne große Worte, aber mit klarer Linie: „Mein Ziel ist ein Miteinander aller Naturnutzer auf Basis von Respekt, Wissen und Verantwortung.“ Landwirtschaft, Forst, Tourismus und Jagd sollen nicht gegeneinander argumentieren, sondern gemeinsam handeln. Zum Wohl der heimischen Wildtiere. Und jener Landschaften, in denen Stille mehr ist als Abwesenheit von Lärm.


Schuss & Stille meint dazu: Jagd mehr ist als der Moment des Schusses. Sie ist Haltung.

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